Es gibt eine besondere Art von Erschöpfung, die nicht durch Schlaf verschwindet. Eine Leere, die nicht körperlich ist, sondern emotional. Sie entsteht dann, wenn du gibst, gibst und nochmals gibst – und dabei vergisst, dass auch du ein Mensch mit Bedürfnissen bist. Viele Menschen kennen diese Leere, besonders jene, die sensibel, empathisch oder von Natur aus fürsorglich sind.
Zu viel geben bedeutet nicht nur, Energie nach außen zu schicken. Es bedeutet auch, deine eigene Grenze zu ignorieren. Vielleicht hast du gelernt, dass Liebe mit Leistung verbunden ist. Oder dass Harmonie nur dann besteht, wenn du dich zurücknimmst. Vielleicht denkst du, dass du erst genug bist, wenn alle anderen zufrieden sind. Doch je mehr du dich selbst verlierst, desto stärker wird das innere Loch, das sich nicht füllt – egal wie sehr du dich anstrengst.
Leere entsteht, wenn deine Seele spürt, dass du dich selbst verlässt. Wenn du dich ständig übergehst, um andere zu halten. Wenn du deine Bedürfnisse herunterdrehst, damit niemand enttäuscht ist. Sie ist ein Signal – nicht, dass du schwach bist, sondern dass du zu lange stark warst. Zu lange „funktioniert“ hast. Zu lange Energie gegeben hast, ohne sie zurückzubekommen.
Oft zeigt sich diese innere Erschöpfung als Gereiztheit, Müdigkeit, Lustlosigkeit oder das Gefühl, emotional ausgebrannt zu sein. Dein Nervensystem ruft nach Pause, nach Grenzen, nach einem „Nein“, das so lange fällig ist. Die Leere sagt dir: „Du brauchst dich selbst wieder.“
Denn Fülle entsteht im Inneren – durch Selbstfürsorge, ehrliche Pausen, gesunde Grenzen, emotionale Zuwendung zu dir selbst. Wenn du lernst, deine Energie nicht mehr bedingungslos zu verschenken, sondern bewusst zu teilen, kommt die Lebendigkeit zurück. Du füllst dich nicht, indem du mehr gibst, sondern indem du dich selbst wieder wichtig nimmst.
Das Gefühl der Leere ist also kein Fehler, sondern eine Einladung. Eine Rückrufaktion deiner Seele. Sie möchte, dass du aufhörst, dich zu verlieren – und beginnst, dich wieder zu nähren.